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Quickreport zu Andreas Gursky - Beispiel mit Erklärungen

Aufmerksamkeit - Standing - Ruhm - Reputation

Den Versuch, die Aufmerksamkeit, die Reputation, das Standing oder den Ruhm eines Künstlers oder einer Künstlerin in Zahlen zu messen und darauf ein Ranking aufzubauen, hat zum ersten Mal der Journalist Willi Bongard mit seinem Kunstkompass in den 70er Jahren unternommen, erntete dafür zuerst viel Spott, dann aber vermehrt internationale Anerkennung. Der Kunstkompass wird auch heute noch von der Zeitschrift „Manager-Magazin“ veröffentlicht und von Bongards Witwe Linde Bongard-Rohr ermittelt.

Inzwischen gibt es mehrere solcher Rankings, die auf mehr oder weniger objektiven Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, insbesondere auf Georg Franck‘s „Ökonomie der Aufmerksamkeit“, Carl Hanser Verlag, München, 1998: “Die Resource Aufmerksamkeit ist knapp geworden, knapper als das Geld“. Darauf stützt sich auch Art Report. In der Datenbank derzeit erfasst sind ca. 36.000 KünstlerInnen, 6.000 Veranstalter und 40.000 Ausstellungen und darüber hinaus die hinter jedem Künstler stehenden Netzwerke zu Galeristen, Kuratoren und Sammlern.

Quick Report:  Netzwerke, Preisfaktor, PAR, Liquidität etc.

Zusätzlich zu den aus dem Free Report bekannten Daten wie den AL-Punkten, zeigt der Quick Report Kennzahlen zur Marktfähigkeit von repräsentativen Arbeiten des/der KünstlerIn wie die bisherige Präsenz in Aktionsmarkt (Zahl der Auktionsverkäufe) und die sog. Messequote, d.h. der Anteil an der globalen Aufmerksamkeit, der auf Beteiligung an führenden Kunstmessen zurückgeht. Je höher diese beiden Kennziffern, desto höher ist auch die Marktfähigkeit einzuschätzen, bzw. die Chance, Sammlungstücke im Sekundärmarkt verkaufen zu können.

Die Preisspanne ermittelt sich aus den Auktionsergebnissen der 30, bzw. 50 Top-Werke des/der jeweiligen KünstlerIn.  

Schließlich hat Art Report ein neues Verfahren entwickelt, die Preiswürdigkeit von repräsentativen Arbeiten anerkannter oder aufstrebender KünstlerInnen einzuschätzen. Ausgangspunkt ist dabei der sog. Preisfaktor (Preis/(Höhe+Breite+Tiefe in cm), den Art Report aus möglichst aktuellen Auktionsergebnissen für repräsentative Werke berechnet. Je mehr Auktionsergebnisse vorliegen, umso zuverlässiger lässt sich ein aktueller Preisfaktor berechnen – wenn möglich jeweils für die Jahre qb 2004.

Sind keine oder nicht ausreichend viele Auktionsergebnisse zustande gekommen, werden aktuelle Galeriepreise zugrunde gelegt. Allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, dass der Preisfaktor in diesem Primärmarkt meist höher angesiedelt ist. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Anschließend wird dieser Preisfaktor in Relation gesetzt zu:

1. der Qualität der Galerien, die den jeweiligen Künstler oder die Künstlerin vertritt, d.h. aktives Marketing betreiben und Verbindungen zu möglichst einflussreichen Museen, Sammlungen und Kuratoren herstellen und pflegen, siehe Wertungsziffer  „Netz Galerien“.

2. der Qualität der Sammlungen, in denen der Künstler oder die Künstlerin mit mehr oder weniger wichtigen Werken vertreten ist. siehe Wertungsziffer „Netz Sammlungen“.

3. der in den Jahren seit 2004 im internationalen Ausstellungsbetrieb generierten Aufmerksamkeit durch Soloshows oder Beteiligung an Gruppenausstellungen – den sog. AL-Punkten. Aktuellere Ausstellungen fallen mehr ins Gewicht als lange zurückliegende.

4. Aus allen diesen Faktoren errechnet sich der Price-Attention-Ratio (PAR 1), der in aller Regel deutlich niedriger liegt als der Preisfaktor, diesen quasi bereinigt oder relativiert. Im PAR 2 kommt als Bereinigungsfaktor die sog. US-Quote hinzu, d.h. der Anteil an der globalen Aufmerksamkeit, der us-amerikanischen Ursprungs ist. Im PAR 3 wird schließlich der PAR 2 nochmals um den Anteil des Sammlungsnetzwerks aus den USA bereinigt.

Spielen Auflagengrafik oder Multiples für das Werk des/der KünstlerIn eine wichtige Rolle im jeweiligen Qeuvre, werden zudem Preisfaktoren und PARm ermittelt.

 

Aussagefähig werden diese so berechneten PAR insbesondere im Vergleich zum Werk von  KünstlerInnen derselben Kunstrichtung mit einem vergleichbaren Standing.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Free und Quick Report?

Zusätzlich zu den Informationen im Free Report sind hier Angaben zu Auktions- und Marktfähigkeit, des/der KünstlerIn und die Preisspanne von Werken im Handel oder bei Auktionen. Der Quick Report enthält zusätzlich eine datengestützte Einschätzung der Preiswürdigkeit und des Wertpotential (Price/Attention-Ratio) von repräsentativen Arbeiten des Künstlers oder der Künstlerin. Angeboten werden in erster Linie Reports von KünstlerInnen, die sich schon ein gewisses Standing im internationalen Kunstbetrieb erarbeitet haben.

Woher kommt der Price Attention Ratio?

 

Das Price Attention Ratio ist entlehnt aus den Analysemethode von Aktienanalysten, die zum Wertvergleich unterschiedlicher Unternehmen ein sog. KGV (Kurs/Gewinn-Verhältnis) oder PER (Price/Earnings-Ratio) heranziehen.

Was hat PAR mit dem wahren Wert von Kunst zu tun?

 

Nichts, es erlaubt allerdings eine Einschätzung der Preiswürdigkeit von Kunstwerken unterschiedlicher KünstlerInnen, sofern ihr Werk überhaupt vergleichbar ist (Peer-Group).
 

Wie wird die Price Attention Ratio berechnet?

Anhand einer komplexen Formel, welche den Zeitfaktor der Ausstellungen, die Bedeutung von Veranstaltern für das Standing eines/einer KünstlerIn etc. berücksichtigt.

Was versteht man unter Galerienetzwerk(en)?

 

 Das Galerienetzwerk definiert das Gewicht der einen/eine KünstlerIn vertretenden Galerien im internationalen Kunstbetrieb. Faktoren wie Standort, Messebeteiligungen, Webauftritt, die Qualität von Publikationen und Kooperationen fließen darin ein.

 Was ist der Unterschied zwischen Unikat und Multiple?

 Ein Unikat ist eben einmalig, ein Multiple gibt es mehr- oder vielfach. Bei Fotografie- oder Skulpturen spricht man bei kleinen Auflagen (bis. ca. 6) noch von einem Unikat. Daneben gibt es Blätter und Skulpturen mit "unikatärem" Charakter, zuweilen auch Monotypien genannt, wenn sie manuell oder maschinell unterschiedlich bearbeitet wurden.