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30. Biennale São Paulo. 2012: A iminência das poéticas

Künstler: Arthur Bispo do Rosário, Hans-Peter Feldmann

Curator: Luis Pérez-Oramas Tobi Maier André Severo

Ausstellung: 08.09.2012 - 09.12.2012

Veranstalter: Biennale São Paulo
Biennale São Paulo bei art-report

Stadt: São Paulo
Homepage: Biennale São Paulo


Luis Pérez-Oramas © Foto: Robin Holland

Das kuratoriale Team der 30. Biennale São Paulo besteht aus dem Chefkurator Luis Pérez-Oramas , den beiden assoziierten Kuratoren André Severo und Tobi Maier sowie der Assistenzkuratorin Isabela Villanueva. Als kuratorialen Kern der nächsten Edition nannten die ersten Verlautbarungen "die Mannigfaltigkeit, den Übergangscharakter, die Rekurrenz und die Wandlungsfähigkeit der künstlerischen Poetik: ihre ästhetische und politische Topologie, ihr Überleben, ihre Neuerungen, die diversen Formen der Eloquenz und deren Ableitungen; Rückkehr, Kehrseiten, Regressionen; Fortschritte, Assimiliationen, Kondensationen und Deformationen."

Mit Poetik beziehen sich die Kuratoren auf das "instrumentale Repertoire, das es einem Individuum oder einer Gemeinschaft, einer Disziplin oder Tradition erlaubt, auf intuitive, beabsichtigte oder unbewusste Weise die diskursiven Strategien oder Plattformen zu etablieren, die expressive Akte ermöglichen oder sich in expressiven Entscheidungen von künstlerischem Charakter materialisieren".

"Die Poetik ist ein begrenztes Repertoire von Statements oder Bekundungen innerhalb eines künstlerischen Feldes (einer Praxis), einer Tradition oder eines historisch-kulturellen Raumes. In diesem Sinne kann die Poetik eine größere oder geringere kollektive oder zeitliche Bedeutung haben, eine größere oder kleinere Relevanz und eine unterschiedlich große Effektivität. Die Zeithaftigkeit der Poetik unterscheidet sich von der zeitlichen Begrenztheit der Mode sowie von der Temporalität der Geschichte: die Handlungen der Poetik sind immer dabei, gegenwärtig zu werden; sie stehen kurz davor, sich zu materialisieren; sie sind unvorhersehbar. Wie das 'Wort, das einem auf der Zunge liegt' nähren sich diese diskursiven Akte - zu denen Modalitäten des Anhaltens und des Unterbrechens des Diskurses gehören - von früheren diskursiven Verdichtungen, von einem organischen Gedächtnis der Aussagen oder des Ausdrucks, das jenen vorausging und sie nährt und das sie jedes Mal überwinden, deformieren, assimilieren - in einer unvorhersehbaren Ankunft."

Um das Thema zu behandeln, definiert das Team 4 kuratoriale Zonen:
- Poetik des Überlebens
- Alter-Formen oder Poetik der Wandlung
- Poetische Stimmen
- Poetische Drift

Als transversale Zone gehört dazu außerdem der Gedanke "poetischer Kehrseiten" oder der Kehrseite als Aktion zwischen diesen vier Konzepten.

Das Arbeitsinstrument bei der Konstruktion der Biennale ist die Idee der Konstellation, und ihr Leitmotiv ist der Begriff der Artikulation. "Mehr als eine Biennale individueller Arbeiten und einzelner Künstler wird die 30. Edition eine Veranstaltung sein, um Konstellationen von Werken und Künstlern herzustellen, die miteinander in Dialog stehen, und das selbst über programmatische Vorgaben hinaus: also eine Plattform, für die die Nachbarschaft von Werken und Künstlern ein efektives Dispositiv der Erneuerung und der Schaffung von Sinn und Bedeutung sein soll."

Die Teilnehmer der 30. Biennale São Paulo werden im Januar 2012 veröffentlicht, doch einige Namen sind schon bekannt: Arthur Bispo do Rosário (* etwa 1909 Japaratuba, Brasilien; + 1989 Rio de Janeiro, Brasilien), Waldemar Cordeiro (* 1925 Rom, Italien; + 1973 São Paulo, Brasilien) und Hans-Peter Feldmann (* 1941 Hilden, Deutschland).


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