Kein Bereich versinnlicht diese Dialektik von Bewegung und Ruhe besser als die moderne Kunst: Zur gleichen Zeit, als die italienischen Futuristen um 1910 in glühenden Manifest en und flammenden Gemälden die Geschwindigkeit verherrlichten, erfand deren Landsmann Giorgio De Chirico die stille Welt der Pittura metafisica. Erstmals geht das Kunstmuseum Wolfsburg dieser Dialektik der Moderne in einer umfassenden Ausstellung nach. Mit einer akzentuierten Werkauswahl werden die beiden Themenfelder ´kontrapunktisch´ erfahrbar gemacht. Die Idee der Bewegung oder Beschleunigung findet ihre vielgestaltige Umsetzung in Werken von Künstlern wie Auguste Rodin , Claude Monet , Marcel Duchamp oder Robert Delaunay , von Futuristen wie Umberto Boccioni , Kinetikern wie Jean Tinguely , Zero-Künstlern wie Otto Piene sowie bei zeitgenössischen Künstlern wie Panamarenko , Nam June Paik und Bruce Nauman. Das stille Gegengewicht bilden die phantastischen Welten von Odilon Redon und der Surrealisten, die Farbfeldmalerei eines Barnett Newman , Mario Merz als Vertreter der Arte Povera bis hin zur filmischen Verlangsamung bei Bill Viola , Douglas Gordon , Aernout Mik oder Tacita Dean .
Die Katalogpublikation und ein differenziertes Rahmenprogramm bilden die Plattform dafür, die aktuelle, allgegenwärtige Diskussion um das gesellschaftliche und individuelle Bedürfnis nach Entschleunigung kunstübergreifend, d.h. aus philosophischer, psychologischer, soziologischer, technologischer und neurowissenschaftlicher Sicht zu beleuchten.
KünstlerInnen: Giorgio De Chirico, Auguste Rodin , Claude Monet , Marcel Duchamp , Robert Delaunay , Umberto Boccioni , Jean Tinguely , Otto Piene , Panamarenko , Nam June Paik und Bruce Nauman, Odilon Redon , Barnett Newman , Mario Merz , Bill Viola , Douglas Gordon , Aernout Mik , Tacita Dean , u.a.