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Emily Wardill Fulll Firearms

Künstler: Emily Wardill

Ausstellung: 26.01.2012 - 09.04.2012

Veranstalter: Badischer Kunstverein
Badischer Kunstverein bei art-report

Stadt: Karlsruhe
Homepage: Badischer Kunstverein

Emily Wardill Fulll Firearms
Emily Wardill, Fulll Firearms, 2010 (Filmstill)



Von Januar bis April 2012 präsentiert der Badische Kunstverein die erste umfassende Einzelausstellung der britischen Künstlerin Emily Wardill in Deutschland. Im Zentrum steht Wardills neuer Film Fulll Firearms, der vom Badischen Kunstverein co-produziert wurde und nach seiner Premiere nun erstmals innerhalb des Kontexts einer Ausstellung zu sehen ist. Der 90-minütige Film wird von weiteren skulpturalen, textlichen und soundbasierten Arbeiten der Künstlerin begleitet, die alle im Verlauf der Filmproduktion entstanden sind.

Emily Wardill arbeitet hauptsächlich im Medium Film und hat in den letzten Jahren mit ihren Arbeiten eine große Aufmerksamkeit erzielt, unter anderem wurde sie 2010 mit dem renommierten Jarman Award ausgezeichnet.

Während sich ihre früheren Filme einer linearen Narration eher verweigern und mit den Mitteln der Collage und Fragmentierung von Bildern, Stimmen und Figuren arbeiten, wie in Ben (2005) oder Sick Serena and Dregs and Wreck and Wreck (2007), schrieb die Künstlerin für ihren letzten Film Gamekeepers Without Game (2010) ein Skript für ein narratives Melodram. Auch ihr neuer Film Fulll Firearms benutzt diese Form der Erzählung für die Geschichte von Imelda, einer 40-jährigen Frau, die mit dem Erbe ihres Vaters, einem berühmten Waffenfabrikanten, ein Haus für all die Geister der Verstorbenen baut, die mit den Waffen ihres Vaters getötet wurden. Noch während der Bauphase wird Imelda mit einer Gruppe von Hausbesetzern konfrontiert, die das noch unfertige Haus okkupieren und die sie für die erwarteten Geister hält. Zentral im Film ist Imeldas Verhältnis zu ihrem Architekten, der ihr jeden ihrer launischen Wünsche erfüllt, obwohl ihm immer deutlicher wird, dass er einer Wahnvorstellung folgt.

Wardill konfrontiert das Format des Films aber auch immer wieder mit performativen oder objekthaften Fragestellungen und überführt ihre Vorstellungen vom filmischen in den physischen Raum und umgekehrt. So erprobt die Künstlerin etwa einige ihrer Projekte zunächst als Performance, um den zukünftigen Film in einer alternativen Form durchzuarbeiten und zu überdenken. Auch Fulll Firearms wird im Badischen Kunstverein in verschiedenen Facetten inszeniert und entfaltet nicht nur eine filmische sondern auch eine räumliche Präsenz. Neben der Projektion des Films in einer kinoartigen Situation im großen Saal werden verschiedene Elemente aus dem filmischen Prozess in den angrenzenden Räumen vorgestellt. Studien zum Set, zu den von der Künstlerin selbst entworfenen Kostümen und das architektonische Modell zu Imeldas Haus verdeutlichen beispielhaft den komplexen künstlerischen Prozess, der den Filmen von Wardill immer vorausgeht.

Der Aufbau von Kommunikation und Sprache ist ein weiteres wichtiges Moment in den Arbeiten der Künstlerin, ebenso wie das Verhältnis von Sound und Bild. Die Soundtracks spielen in ihren Filmen eine wichtige und eigenständige Rolle: Sie können die Erzählung mit ihrem Rhythmus intensivieren, wie der Schlagzeugbeat in Gamekeepers Without Game oder auch die Bilder bewusst durchkreuzen wie in Ben. Für Fulll Firearms wählte Wardill einen Soundtrack in Anlehnung an die italienische Progressive Rock-Band Goblin, die in den 1970er Jahren für ihre Filmmusik bekannt wurde. Diesem Soundtrack widmet die Ausstellung ein eigenes Kapitel und es erscheint eine Schallplatte in Kooperation mit LUX, London, und dem Label apparent extent aus Köln.

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