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Fluxusgötter in Bali

Künstler: Joachim Peter, Ngakan Kulak

Ausstellung: 23.06.2010 - 13.09.2010

Veranstalter: Oberwelt e.V.
Oberwelt e.V. bei art-report

Stadt: Stuttgart
Homepage: Oberwelt e.V.


Joachim Peter

Welche Ausstellungen in Stuttgart am Start sind, können Sie hier übersehen, What`s on mit Bildern oder ohne Bilder


.In Bali habe ich Künstler wie Ngakan Kulak kennengelernt.
"Warna sama-sama" - wir haben die selbe Farbe, sagte er und deutete auf seinen Ring, dessen farbigem Stein Balinesen magische Kräfte zusprechen.
Wir vereinbarten, bis zum nächsten Tag ein Traumbild für den anderen zu zeichnen - Ngakan Kulak zeichnete verblüffenderweise den Mythos, über den ich gerade zuletzt geschrieben habe*: jeder Balinese kommt schon als Gruppe auf die Welt, umgeben von unsichtbaren Geschwistern.

Alles weit entfernt und doch mit uns verbunden - distant friends.

Die Mythen, Bilder und Geschichten, die unter der Oberfläche der Kulturen miteinander verwoben sind, habe ich im ursprünglichen Projekt, der Romanwelt von "Josephine" so erzählt, wie ich es selbst gern von den Monty Pythons gelesen hätte: das Leben des Brian mit den Globetrotter-Sandalen eines Peter Schlemihl.
Von Lukian in der Antike bis Dario Fo gibt es eine Kontinuität der Satire auf den Ulysses, der antiken Version von Alice im Wonderland, der Irrfahrt in fremden Welten, die doch die eigene ist, der absurde Witz verknüpft das weit Entfernte als ökumenischer Geist der Schöpfung und so ist die Fortsetzung des Romans Josephine heute meine reale Weltreise.
Der erste Teil der Reise ging nach Indonesien.

Die erste Reise über die Bücher und das Schreiben führte zu den tiefer liegenden, älteren Schichten und Vorläufern unserer Sprache, Mythen und Religionen in Indien und der hinduistischen Götterwelt, die ein dramaturgisches Gerüst für das dritte Buch meines Romanprojekts bildet (auch das Wort 'warna' aus dem Eingangszitat, indonesisch für 'Farbe', ist übrigens indischen Ursprungs).

Der balinesische Hinduismus hat als einzigartige Ausprägung eine besondere synthetische Kraft der friedlichen Verschmelzung der in anderen Regionen Asiens historisch antagonistischen Strömungen Hinduismus, Buddhuismus, Animismus. In Schluchten im Urwald Balis finden sich noch verlassene buddhistische Erimitagen aus dem Mittelalter wie Goa Gaja, die Elefantenhöhle mit dem Maul Bumas, des Erdgottes als Höhleneingang. Durch den alten polynesischen Animismus naturverbunden, sind Götter, Natur und Menschen auf der Insel noch eng vernabelt.
Die Ahnen leben in den göttlichen Elementen der Natur, die Kinder werden daraus wiedergeboren, kunstvolle Feste begleiten den Kreislauf. Jeder ist Teil des Kunstwerks, musiziert oder bastelt, bildhauert, malt, tanzt oder erzählt im Schattentheater die Geschichte der Welt. Bild, Tanz, Musik gilt als Gegenwart der Gottheit.

Solar Plexus war der ursprüngliche Titel von Josephine, das vegetative Nervensystem als Symbol für die Verwobenheit der Kulturen. Der jetzige Titel Josephine setzte sich damals mit dem Publikum durch, da eingängiger und witziger - Joseph & das alte System im rosa Röckchen
Durch den Witz bekommen die alten Mythen Löcher, durch die ich die Schnur ziehen kann, entfernte Welten zu verbinden.
Im balinesischen Wickelrock dürfen die Besucher gerne Josephs Verwandlung folgen.

Sampai nanti, teman teman saya.

(Pressetext)


Künstler Joachim Peter , Ngakan Kulak





Zeichnung von Ngakan Kulak