Frauke Eigens neue Arbeiten führen die Fotografie in den Bereich des autonomen Bildes. In den Ausstellungen der vergangenen zwei Jahre waren die Atmosphäre und Ästhetik Japans der vorherrschende Gegenstand ihrer schwarz/ weißen Fotografien. Die Arbeiten waren darauf ausgerichtet, seismographisch strukturelle Phänomene festzuhalten, die aus dem gewöhnlichen Blickfeld als bildwürdig heraustreten. In den neuesten Arbeiten zieht der Blick zurück, die Kamera wendet sich nach innen. Nicht mehr nur das äußere Geschehen bestimmt die Realität des Bildes, sondern die Künstlerin selbst setzt die Voraussetzung dafür, dass etwas zum Bild wird. Bilder von Balken, Rastern, Strahlen und Feldern erlauben nur noch marginal einen Hinweis auf Außenwelt. Sie schaffen eine eigenständige Kombination von Differenzen aus Linie und Fläche, die sich zum signifikanten Bild verdichten. Das ungegenständliche Bild ist vielleicht am stärksten befähigt, sich in einer Weise an den Betrachter zu richten, wie es Georg Lukács formulierte, um 'die absolute Einheit des Individuellen und Überindividuellen durch ihre Vereinigung im Werk, durch eine coincidentia oppositorum zu erreichen'. .
(Pressetext)
Künstler Frauke Eigen