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Judith Joy Ross. Photographien seit 1982

Künstler: Judith Joy Ross

Ausstellung: 24.09.2011 - 05.02.2012

Veranstalter: Photographische Sammlung Köln SK Stiftung Kultur
Photographische Sammlung Köln SK Stiftung Kultur bei art-report

Stadt: Köln
Homepage: Photographische Sammlung Köln SK Stiftung Kultur






Die amerikanische Photographin Judith Joy Ross (*1946 in Hazleton, Pennsylvania) hat seit Beginn der 1980er-Jahre ein beeindruckendes Werk mit Schwerpunkt auf dem Portrait geschaffen. Entstanden sind ihre Photographien insbesondere im Umkreis ihres Wohnortes Bethlehem, Pennsylvania, USA, eine ehemalige Bergbauregion, die Photographieinteressierte womöglich durch die dokumentarischen Ansichten von Walker Evans vor Augen haben. Ross verfolgt ihre Arbeit bevorzugt in Bildreihen, von denen rund 20 vorgestellt werden. Dazu gehören Beispiele aus ihren bekannten Serien wie etwa Eurana Park, Weatherly, Pennsylvania, 1982, Portraits at the Vietnam Veterans Memorial, Washington, D.C., 1983/84, oder die Bildreihen, die 1992–94 in verschiedenen Schulen in Hazleton und Cleveland aufgenommen wurden. Weniger bekannte Arbeiten wie Portraits von Menschen in unterschiedlichen Berufen (Jobs, 1989–1990), von Baseballspielern, 1989–1991, Kirchenbesuchern, 2005–2009, und von Bewohnern in Northeast Philadelphia, 1998, sowie Freeland, Pennsylvania, 2004, runden das Gesamtbild ab. Judith Joy Ross benutzt eine 8x10 Inch Großbildkamera und setzt ihre Photos als goldgetonte Kontaktabzüge auf Auskopierpapier um – eine sehr detailreich und brillant zeichnende, heute zudem eine ausgesprochen rare Technik.

Kritisch hinterfragt sie in ihren Bildreihen Lebensabschnitte wie Kindheit und Adoleszenz, aber auch politische Themenbereiche, wie zum Beispiel Aufnahmen von Teilnehmern an Anti-Kriegsdemonstrationen (Protest the War, 2006–2007) verdeutlichen, sind wichtig. Stets heben die psychologisch einfühlsamen Portraits das Individuelle hervor und bringen zugleich sehr subtil das komplexe Verhältnis zwischen Person und Umfeld zum Ausdruck. Die Künstlerin begegnet den Menschen möglichst fern von Schönheitsidealen oder medialen Klischeevorstellungen, möglichst nah am normalen amerikanischen Alltag. So räumt sie den ungekünstelten, ernsten wie arglos freudigen Aspekten des Lebens einen Platz ein. Damit bietet sie uns ein aktuelles wie wirklichkeitsgetreues Gesellschaftspanorama, das Parallelen zum Werk des deutschen Photographen August Sander aufweist, den Judith Joy Ross als einen ihrer großen Vorbilder schätzt.

Die retrospektiv angelegte Ausstellung ist die bislang umfangreichste Einzelausstellung der Künstlerin in Europa und wird von einem umfangreichen Katalog begleitet.

Pressetext


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