Karin Mamma Andersson (*1962 Luleå, Schweden) gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Skandinaviens. In ihrer Malerei verbindet die Künstlerin aktuelle, formale und inhaltliche Ansätze mit einer spezifisch nordischen, romantisch-expressiven Maltradition. Verschiedenste Quellen fließen in ihren narrativen Gemälden zu einem überraschenden, mehrschichtigen Amalgam zusammen. Andersson greift einerseits auf nordische Mythen, Poeme und märchenhafte Erzählungen zurück, andererseits auf sehr diesseitige Theater- und Filmszenen sowie auf Fotografien aus Magazinen und alten Büchern. All dies vermischt sich mit ihren persönlichen Lebenserfahrungen, so dass die subjektive, emotionale Perspektive immer auch ein Teil ihrer Bilderwelten bildet. Auf diese Weise verdichten sich Landschaften und Interieurs zu psychologischen Räumen. Mit der unkonventionellen Kombination der wasserlöslichen und wasserunlöslichen Farben Acryl und Öl hat Karin Mamma Andersson überdies eine malerische Herausforderung angenommen, die ihren Bilderzählungen einen alchemistischen Akzent hinzufügt.
Speziell für das Museum Haus Esters entwickelt Karin Mamma Andersson einen Zyklus neuer Gemälde, mit dem sie sich auf den Ort und seine besondere Architektur und Geschichte einlässt. Die Künstlerin nimmt damit den malerischen Diskurs mit der klassisch-modernen Architektur Mies van der Rohes auf und setzt so eine Krefelder Tradition fort, aus der heraus in der Vergangenheit bereits Gemäldezyklen von Eric Fischl oder Karin Kneffel entstanden. Die für Krefeld konzipierten Bilder werden durch Leihgaben aus schwedischen Sammlungen ergänzt.
Pressetext
KünstlerInnen: Mamma Andersson