Daniel Man: e-shot, 2010, Pigmenttusche, Lack, Papier,
15 x 15 cm
Als Unikat bezeichnet Wikipedia "die Einzigartigkeit eines Objektes, beispielsweise eines Schriftstücks, Gemäldes oder einer Fotografie". Es betont die "Besonderheit und den gesteigerten Wert des Einzelnen". Beim Wort "Edition", womit die Reproduktion eines Unikats in mehr oder weniger großen Auflagen bezeichnet wird, kommt Wikipedia schon ins Schleudern, zumindest in der deutschen Fassung. Und beim Begriff "unikatär", womit eine Art Zwitter zwischen Unikat und Edition gemeint ist, passt Wikipedia vollends, obwohl er zunehmend in den Sprachgebrauch und die Praxis des Kunstbetriebs und des Kunsthandels einfließt. Dieter Roth oder Gerhard Richter zum Beispiel haben sehr häufig in die Produktion ihrer grafischen Editionen oder Multiples manuell eingegriffen oder eingreifen lassen - und so einzigartige Kunstwerke geschaffen, Editionen mit Unikatcharakter quasi. Für alle Varianten der Edition gilt im Übrigen: Je kleiner die Auflage umso seltener und meist auch umso wertvoller ist das Werk.
Gewiß: Gute oder im besten Fall große und wichtige Kunst für Einsteiger und junge Sammler erschwinglich zu machen, ist keine einzigartige Intention für eine Ausstellung. Die Publikation "Texte zur Kunst" etwa bietet Interessenten schon seit vielen Jahren Editionen zum Einheitspreis von zuletzt 245 Euro an, die fast immer des Sammelns wert sind. Allerdings meist in einer Auflage von 100, bei "junger" Kunst von 50 oder 20. Unser Ehrgeiz war es, gute junge Kunst in Form von Editionen mit einer Auflage von maximal 10 Exemplaren, als "unikatäre" Edition oder Unikat auszustellen. Unikate kosten maxial 200 Euro, Editionen 150 Euro. Ausnahmen von dieser Regel gibt es, wenn die hohen Produktionskosten dies nahelegten wie beispielsweise bei der emaillierten Plakette "Mein Komfort" des französischen Künstlerduos "Société Réaliste ". Ich bin sicher, die Ergebnisse können sich sehen lassen und werden diesem hohen Anspruch gerecht.
Natürlich gilt mein tiefer Dank allen 37 Künstlern und Künstlerinnen, die der Einladung gefolgt sind und teils unter massivem Zeitdruck einzigartige Kunstwerke geliefert haben, im Besonderen Nghia Nuyen , der in Zusammenarbeit mit meinem Sohn,Marcel Schumacher den Katalog erstellt und die Ausstellung kuratiert hat.
Manfred Schumacher, Herausgeber von art-report.com und Betreiber von art-report projects in der K4-Galerie, München
KünstlerInnen: Boban Andjelkovic , Matthias Beckmann , Jutta Bobbe , Juliana Borinski , Amina Broggi , Motoko Dobashi , Michael Dobrindt , Hedwig Eberle , Judith Egger , Manuel Eitner , Hakan Evcin , Karin Felbermayr , Fabian Fobbe , Maximilian Geuter , Johannes Hartmann , David Hinojosa , Benedikt Hipp , Franka Kaßner , Michal Kosakowski , Bo Christian Larsson , Daniela Löbbert , Daniel Man , Matthias Männer , Silke Markefka , Nina Märkl , Enikö Marton , Annabelle Mehraein , Peggy Meinfelder , Philipp Messner , Luc Nam Nguyen , Nghia Nuyen , Eamon O'Kane , Elisabeth Reitmeier , Peter Riss , Emanuel Seitz , Société Réaliste , Max Srba , Nikolai Vogel
Matthias Beckmann: "Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart"
12 Original-Zeichnungen, 2010, Bleistift auf Papier,
je 21,0 x 14,8 cm