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Jannis Kounellis: arme reiche Kunst

Jannis Kounellis, Untitled (Smoke)1990. Etching, smoked glass, in galvanized iron box,60 x 45 x 7,5 cm (23½ x 18 x 3 in.), signed and numbered. Edition of 25. Schellmann Art+ Furniture

"Er machte aus "armen Materialien" reiche Kunst. Nun ist mit Jannis Kounellis einer der wichtigsten Mitstreiter der Arte Povera gestorben" meldete Spiegel-Online am 17. Februar 2017.  In der Tat sind nur seine Materialen wie Stahl oder Glas "arm", wichtige Arbeiten sind jedoch in Auktionen oder auf Messen nur für Millionäre erschwinglich. Es ist davon auszugehen, dass die Preise nach seinem Ableben weiter anziehen. Auch normale Sammler können sich dagegen noch attraktive Multiples und grafische Arbeiten leisten, die in großer Auswahl z.B. von Schellmann Art + Furniture herausgegeben wurden.

Profil:
Wie der Lebensraum einen Künstler prägen kann, zeigt das Werk von Jannis Kounellis. Der 1936 in Piräus (Griechenland) geborene und heute in Rom lebende Künstler setzt sich darin intensiv mit Geschichte und Vergangenem, Gegenwart, Erinnerung und Vergessen auseinander. Und ist seine Formensprache auch ganz anders als die der römischen und griechischen Wurzeln, die seinen Lebensraum präg(t)en, so sind sie doch stark von der intensiven Auseinandersetzung des Künstlers gezeichnet. Vor allem das Theater hat es ihm angetan und er vermisst das Dramatische in der Kunst unserer Zeit. Sich selbst als Maler verstehend, schafft er in seinen Rauminstallationen verchiffrierte Dingzusammenhänge. Seine Materialien sind dabei einfach: Stahl, Eisen, Kohle, Haare, Glas, Sackleinen, Stoff, etc. Die Kühle der Objekte, die für Kounellis die Grundlage unserer heutigen Industriegesellschaft sind, lässt und manchmal zurückschrecken. Doch ihre ursprüngliche Ästhetik, die auch durch die Inszenierung noch authentisch bleibt, lässt uns gerade durch die häufigen Paarung von Gegensätzen wie dauerhaft – vergänglich, weich – hart, künstlich – lebendig, das Paradox und Theater des Lebens deutlich werden. Das Lebendige (und auch Menschliche) ist dabei immer in seiner Bildsprache anwesend – es ist Ausgangspunkt, manchmal Weg und immer auch Ziel. © art-report.com

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