Schon ihr Logo kommt geheimnisvoll daher. und enthüllt gleichzeitig vieles. Denn die Buchstaben AA erfüllen nicht nur die Funktion einer Abkürzung der Berliner Künstlergruppe Artists Anonymous, sie verraten zugleich ein wesentliches Prinzip ihrer Arbeit, die Umkehrung von Form und Farbe. Denn anders als beim Emblem der Vereinigung namenloser Trunksüchtiger erkennt man zuerst ein großes weißes "A", das innerhalb eines schwarzen Rechtecks plaziert ist, und dann, rechts daneben, ein schwarzes und auf dem Kopf stehendes "A" in einem weißen Rechteck.
Genau so konsequent geht die Künstlergruppe seit ihrer Gründung im September 2001 bei der Schöpfung ihrer Bildwelten vor. Es entstehen Bilder zu aktuellen Themen wie Drogenmissbrauch, Hunger und Krieg, deren Farbverteilung immer wieder durch technische Verfahren in ihr Gegenteil umgewandelt werden: vom Dia-Positiv zur röntgenbildartigen Malerei und von da umgekehrt zu einem Foto vom Gemälde, das sie Nachbild nennen. Sie lassen den Betrachter, die Welt quasi mit anderen Augen sehen. Die Menge der Informationen ändert sich dabei nicht, sie wird nur umkodiert. Aus jedem Punkt eines Negativs wird durch einen eindeutig geregelten Prozess der entsprechende Punkt seines positiven Pendants und umgekehrt. „Wir abstrahieren damit“, sagt Maya, die einzige Frau im Künstlertrio, „und beim Nachbild mischen wir mit Licht wie mit einem Pinsel.“
Ihre unverwechselbares Oeuvre hat schon in ihrer ersten Einzelausstellung in London die Fachwelt begeistert, darunter die Kunstexperten der Saatchi Gallery und der Deutschen Bank. Seitdem geht es steil aufwärts mit der Aufmerksamkeit im Kunstbetrieb. Im Herbst 2006 erfolgte der Ankauf von Arbeiten durch die Saatchi Gallery, die im Rahmen der legendären Ausstellungsserie „The Triumph of Painting“ zu sehen sein werden.. Es folgten Soloshows in den Galerien Goff + Rosenthal in Berlin sowie Ronmandos in Amsterdam. In diesem Jahr schließlich gelang der große Durchbruch. Neben Einzelausstellungen in diversen namhaften Galerien wie Hauch of Venison in Zürich, Cueto Projects in New York oder Adler in Frankfurt waren Bilder, Videos und Installationen der Artists Anonymous im Bregenzer Kunstverein Magazin 4 zu sehen. im Hamburger Bahnhof in Berlin werden AA im Rahmen der Ausstellungsserie „Kult der Künstler“ ab 3.Oktober eine konzeptuelle Installation zeigen, die das ganze Gebäude einbezieht.
Denn sie haben das Kollektiv gewählt, um gerade dem Starkult zu entgehen, was ihnen - aller Erfolge zum Trotz -bisher gelingt. Zudem sind die Preise für ihre Bildwerke für einen größeren Kreis von Sammlern erschwinglich geblieben. Repräsentative Arbeiten werden von der Galerie Adler in Frankfurt oder Ronmandos in Amsterdam zu Preisen ab 12.000 Euro angeboten.





