Den Editionen von Sigmar Polke hat das Museum Ludwig 2009 eine eigene Ausstellung gewidmet. Daraus stammt folgende Profilierung seines graphischen Werks:
"Sigmar Polkes Editionen sind keine Nebenwerke. In ihnen werden die reproduktiven Techniken sichtbar, die auch die Gemälde immer wieder aufgreifen: Druck samt Rasterung, Fotografie und Fotokopie. Die Editionen bieten also das buchstäblich, was die Malerei immer nur übersetzt. Sie übersetzen aber auch selbst Gemaltes oder nehmen es vorweg. Die Editionen sind ein wichtiges Element in Polkes Auseinandersetzung mit der repräsentierten und vervielfältigten Welt.
Unsere Ausstellung greift auf die ganze, über 40-jährige Geschichte dieser Editionen zurück. Seltene Drucke und Bearbeitungen gehören ebenso dazu wie in Tausenden von Exemplaren hergestellte Inserts von Zeitschriften. Seit 1963 und vor allem nach 1967 hat Polke Auflagenwerke hergestellt. Damals war die hohe Zeit der Drucke und Grafiken, doch Polke bediente sich eines höchst ungewöhnlichen Mittels: des Offsetdrucks. Der Offsetdruck, der nur wenige andere Künstler interessiert hat, ist das Medium, aus dem viele Vorlagen für seine Bildwelt stammen. Denn Offset ist das Medium der Boulevardblätter, deren Illustrationen Polke zweckentfremdet. Der Druck der Editionen führt die Beschäftigung mit der Massenkommunikation wieder an ihren Ursprung zurück." (Museum Ludwig, Köln)







