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Tipp des Monats

Camille Henrot: 2. Chance
Camille Henrot, "Working/Resting", 2015, Edition für den Westfälischen Kunstverein, Siebdruck auf Colorplan 270 psm, 2 Drucke, je 48 x 28 cm Auflage 60+5 AP für 600 Euro

Camille Henrot wurde 1978 in Paris geboren und lebt und arbeitet in New York. 2013 wurde sie auf der 55. Biennale di Venezia 2013 mit dem Silbernen Löwen und 2014 mit dem Nam June Paik Award der Kunststiftung NRW ausgezeichnet. Ihre Arbeiten wurden ausgestellt im Institute of Contemporary Art in London, Centre Pompidou, Louvre, Musée d’Art Moderne, Palais de Tokyo in Paris, New Orleans Museum of Art, Schinkel Pavillon in Berlin sowie im New Museum in New York. Laut The Guardian zählt „The Pale Fox“ zu den zehn wichtigsten Ausstellungen des Jahres.
Sie wurde mit großem Abstand von Art-Report zum "Young Artist of the Year 2014" gekürt und war im Herbst 2014 deshalb schon einmal "Tipp des Monats". Die Edition der Chisendal Gallery, London war jedoch schnell ausverkauft. Die Jahresgabe des Westfälischen Kunstvereins bietet nun eine 2. Chance.

Profil:
Die international vielbeachtete Ausstellung „The Pale Fox“ der französischen Künstlerin Camille Henrot kommt erstmals nach Deutschland. „The Pale Fox“ widmet sich unserem Bemühen, der Welt und unserer Existenz Sinn zu verleihen – durch die Objekte, die uns umgeben und die Art und Weise, wie sie zueinander in Beziehung stehen. Mehr als 400 Fotografien, Tuschezeichnungen, Bronzeskulpturen, Diagramme, Bücher und Artefakte ordnet Camille Henrot nach Prinzipien, die den unterschiedlichsten kulturellen, philosophischen und biologischen Zusammenhängen entstammen. In dieser Überlagerung demonstrieren sie vor allem den Exzess einer vermeintlich zum Erkenntnisgewinn führenden Ordnungswut. Dabei experimentiert Henrot mit verschiedenen Maßstäben und Chronologien, die von der Geschichte des Universums zum Universum des Künstlerateliers reichen. Auf diese Weise wird die Ausstellung zu einem Modell für die Archivierung, Bewahrung und schließlich das Wiederauffinden und Abfragen von Informationen. Zusammen mit einem atmosphärischen Soundtrack hüllt das gänzlich blaue Environment von „The Pale Fox“ den Besucher ein. Gestapelte und aufgerollte Bilder werden zu Objekten, Artefakte aus Museumssammlungen werden ergänzt oder ersetzt durch eBay-Käufe und Diashows in digitalen Bilderrahmen. Henrot schlägt eine Brücke zwischen der Konstruktion und Systematisierung von Wissen und haptischen und sensorischen Erlebnissen. Damit spielt sie auf unser aller Bedürfnis an – im Künstlerischen wie im Privaten - aus den Dingen, die uns vertraut sind, kleine, fantastische Modellwelten zu kreieren, als Mittel und Strategie, sich in der Realität zu verankern und zu verorten.
Der Titel „Pale Fox“ ist einer ethnologischen Studie über die westafrikanische Volksgruppe der Dogon (Griaule/Dieterlen: „Le Renard Pâle“, 1965) entlehnt. In der Religion der Dogon steht der Blassfuchs für Unordnung und Chaos, aber ebenso für die Entstehung und das Werden; der Legende nach entstand durch ihn die Sonne. Die Unordnung wird somit nicht als Verfehlung gewertet, sondern als notwendige Bedingung für kreatives Schaffen. Camille Henrot wiederum erkennt in der Figur des Blassfuchs ein Symptom unseres digitalen Zeitalters wieder: den von eifriger Begeisterung und Neugier getriebenen Menschen, auf dessen blässlichem Teint sich das Licht des Computers spiegelt, durch den hindurch er des Nachts aus seinem Fuchsbau auf die Welt blickt.
Die Ausstellung „The Pale Fox“ entwickelt Ideen von Henrots Videoarbeit „Grosse Fatigue“ (2013, 13 Min.) weiter. Die Arbeit fragte nach einer Enzyklopädie des Wissens bzw. dem Unmöglichkeit einer solchen Erfahrbarkeit.

Die Grafik lässt erahnen, wie weit Camille Henrot ihrer internationalen Konkurrenz im Jahr 2014 enteilt ist in puncto Aufmerksamkeit. Sie hält auch 2015 das hohe Niveau. Quelle: Art-Report

Liste aller bisherigen Tipps des Monats

Lili Reynaud Dewar: Fotokunst für 1500 Euro September, 2017
Franz Erhard Walther Juli, 2017
Flaka Haliti: Plakatserie für 200 Euro Juni, 2017
Wolfgang Tillmans: 274 Euro or 1500 Pound Sterling Februar, 2017
Tomás Saraceno: Edition for 865 Euro April, 2016
Frauke Dannert: Fotografie für 320 € Februar, 2016
Marina Abramovic: Vinyl-Edition for 360 € Januar, 2016
Video-Still von Anne Imhof, sold out Dezember, 2015
Camille Henrot: 2. Chance August, 2015
Sturtevant's Duchamp Triptych, sold out Mai, 2015
Prägedruck von Uecker - vergriffen Februar, 2015
Edition von Roni Horn für 49 Euro November, 2014
Dyptic by Camille Henrot: Sold out Oktober, 2014
Fotografie von Candida Höfer Mai, 2014
Editionen von Julie Mehretu + Jorinde Voigt: Sold out Dezember, 2013
Trockels Komos für 1140 Euro: Sold out März, 2013
Jorinde Voigt: Views on Views on Decameron - Sold out Februar, 2013
Ed Atkins: Jahresgabe, vergriffen Dezember, 2012
Akkordeonspieler von J. Hartmann Juli, 2012
Ilya Kabakov für 1200 Euro April, 2012
John Baldessari für 350 Euro März, 2012
Erik Bulatov: Jubilar im Sonderangebot Februar, 2012
Matthew Brannon, Putting Words In Your Mouth, 2011 Januar, 2012
Lori Hersberger / Ghost Rider November, 2011
Isaac Julien's Diptychon, 2000 Euro September, 2011
Siebdruck von Heinz Mack für 1.750 Euro August, 2011
T-Shirt von Tobias Rehberger Juli, 2011
TRISHA DONNELLY - The Dashiell Delay Mai, 2011
Société Réaliste: Email-Schild für 450 Euro Februar, 2011
Matthias Beckmann, Hamburger..., 200 Euro Januar, 2011
20 Jahre Texte zur Kunst: Noch erhältliche Editionen November, 2010
Jürgen Klauke: Neue Edition für 1400 € Oktober, 2010
Karin Sander, Bodyscan für 5000 € Juli, 2010
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Katharina Gaenssler: Fotomuseum März, 2010
Ed Ruscha: L'Orizon Cimérique Februar, 2010
artfonds21 Januar, 2010
Kostbares Hemd zum Sonderpreis Dezember, 2009
Victor Alimpiev: 300 € November, 2009
Anja Schrey Oktober, 2009
Beuys zu fairen Preisen August, 2009
Liam Gillick, 6000 € Juli, 2009
Jorge Pardo "Untitled", 650 € Juni, 2009
Elke Krystufek, YOGA, 2005 Mai, 2009