In der Tat weisen einschlägige Datenbanken als bisher höchstes Ergebnis in einer Auktion die für die frühen 90er Jahre typische dreiteilige Fotoarbeit „Fremdsuggestion“ aus, die bei Lempertz in Köln im Jahre 2006 gerade mal 41.000 Euro plus Auktionsgebühren gekostet hat. Und in Datenbanken kann man ebenfalls recherchieren, dass von elf bisher in diesem Jahr in Auktionen angebotenen Arbeiten Klauke’s gerade mal eine zugeschlagen wurde. Gleichzeitig erzielte Fotokunst von deutlich weniger bedeutenden Zeitgenossen fünf- bis sechsstellige Preise.
Allerdings könnte die Phase starker Unterbewertung des Werks Jürgen Klauke’s auf dem Kunstmarkt bald zu Ende gehen. Darauf lässt unter anderem die gesteigerte Aufmerksamkeit schließen, die der Fotokünstler schon im Vorfeld seines 70. Geburtstags derzeit genießt. Aktuell ist in erster Linie seine Einnzelausstellung „Ästhetische Paranoia“ im ZKM in Karlsruhe zu nennen, die am 3. Oktober schließt und danach im Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg gezeigt wird.
Profil:
Der Körper ist seine Bühne: Ein Mensch kann nahezu beliebig viele Erscheinungsformen frei wählen, bewusst entscheiden, wie er oder sie auftritt und was dieser Auftritt impliziert. Dieses Spiel mit der eigenen (sexuellen) Identität, die sich über den Körper und die individuelle Inszenierung äußert, hat der 1943 in Kliding bei Cochem an der Mosel geborene Jürgen Klauke als erster in den künstlerischen Diskurs eingeführt. „Der in Köln lebende Künstler hat im Bereich der Body Art und der kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlich normierten Geschlechter-Identitäten und sozialen Verhaltensmustern Wegweisendes in der Kunst geleistet“, resümiert zum Beispiel das Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg anlässlich der Ende Oktober zu eröffnenden Soloshow Klauke’s.







