Im Mittelpunkt steht Pardos virtuose Gestaltung von Oberflächen. Sie entfalten bei ihm als Bilder, Wandobjekte oder Reliefs einen opulenten sinnlichen Reichtum. Den Kern der Ausstellung bilden drei neue Pavillons. Pardo und sein Team haben sie den sogenannten Palapas nachempfunden. Die Bauform der Palapa ist in den Tropen gebräuchlich. Sie ist seitlich offen, das Dach wird traditionell mit Palmblättern gedeckt. So bieten diese Hütten Schutz vor der Sonne und dienen als Ort der Kommunikation. In Pardos Ausstellung sind die begehbaren Palapas Vitrinen und Schatullen zugleich. Die äußeren Wände bestehen aus luftigen Vorhängen. Ornamental durchbrochene Holzwände bilden einen zentralen Innenraum.
Der Künstler stellt seine Arbeiten in einer manufakturähnlich organisierten Werkstatt her. Hier arbeitet Pardo mit künstlerischen Assistenten, erfahrenen Handwerkern und Architekten zusammen. Im „Jorge Pardo Sculpture“-Studio in Los Angeles verschränken sich Handwerk und digital gesteuerte Produktion auf einzigartige Weise. Die Ergebnisse setzen Künste wie Design, Architektur, Skulptur und Malerei in ein neues Verhältnis zueinander. In seinen Arbeiten setzt sich Jorge Pardo mit Errungenschaften der Klassischen Moderne und der Designgeschichte auseinander. Anregungen liefern ihm Künstler wie Hans Arp oder Henry Moore und Designer wie Charles Eames oder Verner Panton. Ebenso beeinflusst ist Jorge Pardo von der Konzeptkunst und der künstlerischen Institutionskritik. Hier spielen Vorreiter wie Daniel Buren, Michael Asher oder Heimo Zoberning eine wichtige Rolle für Jorge Pardo.
Jorge Pardo selbst bezeichnet sich als Bildhauer. Sein Arbeitsfeld ist der Raum, in dem sich der Betrachter bewegt. Vordergründig wirkt Pardos Werk mit seiner ungeheuren Farbenpracht und Formvielfalt wie eine Verführung. Dahinter steht jedoch ein bestimmter künstlerischer Ansatz: Jorge Pardo führt Kunst und Leben zusammen. Dabei fragt er, welche gesellschaftliche Bedeutung Gestaltung und Dekoration in ihren Formen und Funktionen heute haben.







