Mit seinen Aufnahmen nimmt Chris Durham für keine der in seinen Ansichten angesprochenen Gruppen Partei, vielmehr registriert er die angetroffenen Situationen in aller Sachlichkeit und betrachtet die "murals" in Nachbarschaft anderer im Stadtbild vorkommender Phänomene, wie parkenden Autos, Geschäften oder kommerziellen Werbetafeln, die mit wiederum andersartig konnotierten Bild- und Schriftzeichen ausgestattet sind. Die zu den New Topographics gehörenden photographischen Positionen können durchaus zu Durhams Vorbildern gezählt werden, er übernimmt ihre dokumentarisch deskriptive Methode und transferiert diese in einen europäischen, stark politisch geladenen Kontext. [...] So erschreckend selbstverständlich sich die teilweise geradezu martialischen Wandgemälde in das städtische Gesamtbild einfügen, so nah wird der Konflikt als substantieller Teil der komplexen Geschichte Nordirlands in Chris Durhams Bildreihe Belfast vor Augen geführt - ein hohes Aggressionspotential, das unübersehbar zum europäischen Alltag des 21. Jahrhunderts gehört.
Chris Durham wohnt und arbeitet in Düsseldorf. Zwischen 1994 und 2002 hat er an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Bernd Becher und Thomas Ruff studiert und als Meisterschüler abgeschlossen. 2002 erhielt er vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte ein Auslandsstipendium nach Paris und 2003 den Förderpreis für Dokumentarfotografie der Wüstenrot Stiftung. Seit 2002 arbeitet er als Assistent am Werk von Bernd und Hilla Becher und 2006 - 2007 war er als Lehrbeauftragter an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe tätig. Sein Werk war in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, darunter 2010 ebenso mit einer Auswahl aus der Reihe Belfast in der Präsentation Der Westen leuchtet im Kunstmuseum Bonn und 2011 noch einmal um mehrere Arbeiten ergänzt in der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Köln.
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