| Sind Dokumentar-, Werbe-, Porträt-, und Landschaftsfotografie zu verbinden und in einer Gattung zusammenzuführen? Wie bei keinem anderen Medium, sind in der Fotografie die unterschiedlichen Herangehensweisen voneinander getrennt. Das muss nicht so sein, findet Jeff Wall, der 1946 in Vancouver (Kanada) geboren wurde, wo er auch heute lebt und als Künstler und Professor für Kunstgeschichte arbeitet. Wie leuchtende Werbereklamen springen uns seine monumentalen Leuchtkästen an, man wird magisch angezogen. Die darin von hinten beleuchteten Fotografien zeigen aber meist alltägliche Motive. Situationen, die wir täglich auf der Straße sehen könnten: einem Mann fällt eine Tüte Milch herunter, zwei Männer laufen eine Straße herunter, einer telefoniert mit dem Handy. Aber irgendwie scheint in diesen Bildern für einen Moment die Zeit stehen geblieben zu sein. Als hätte jemand mal eben auf Pause gedrückt. Jeff Wall findet das Besondere im Alltäglichen, in einer fotografischen Momentaufnahme stellt er die Situationen wie ein Regisseur im Film nach und bearbeitet sie seit den 90er Jahren auch am Computer. Durch diese Verfremdung wie auch die Beleuchtung, sowohl bildintern, als auch durch den Leuchtkasten, werden sie inszeniert. Und so schafft er es tatsächlich schillernd wie Werbefotografie, packend wie Dokumentarfotografie und charakteristisch wie Porträtfotografie, quasi eine Essenz der Fotografie zu bilden. © ArtLogistics |