| Schon immer war er fasziniert vom Neuen. Aus der Welt der Musik kommend, wurde er einer der ersten Video- und Medienkünstler. Gleichzeitig vermochte es der 1932 in Seoul (Südkorea) geborene und 2006 in Miami (USA) verstorbene Nam June Paik, wie kein Anderer künstlerisch eine Brücke zwischen der westlichen und der östlichen Welt zu schlagen. Der Musiker und Komponist begann in frühen Jahren mit elektronischer Musik zu experimentieren, und bald war es sein größtes Ziel, Musik zu visualisieren. Und so zerschlug er in Performances eine Geige in fortissimo auf einem Tisch oder präparierte Klaviere mit unterschiedlichsten Attrappen zu visuellen Klanginstallationen, an denen der Betrachter aktiv teilnehmen konnte. Aber wie wurde aus dem Fluxuskünstler Paik einer der ersten Medienkünstler? Ganz einfach: Man addiere das Interesse an musikalischem und technischem Forschritt mit dem Wunsch Sichtbarzumachen. In seinen Installationen flackern seitdem Fernseher und Bildschirme in bunten Farben. Hier ist Technik kein großes Ungeheuer, das uns aus der Zukunft entgegen winkt, sondern ein Begleiter, eine Möglichkeit. Die Technisierung unserer Welt wird hier zur Utopie, und der Mensch nimmt neben ihr seinen eigenen persönlichen Platz ein, der nicht von seinem kulturellen Erbe getrennt sein muss. © ArtLogistics |