Rosemarie Trockel verdichtet in ihrer Kunst die komplexe Phänomenologie der westlichen postindustriellen Gesellschaft. Mit ihrem analytischen und konzeptuellen Blick nähert sie sich kulturellen und sozialen Ausprägungen verschiedenster Art, um scheinbar festgeschriebene Codes im ganz alltäglichen Gebrauch, gängige Konventionen und Mythen zu unterlaufen und zu transformieren. Trockels Umgang mit den Objekten, Materialien und den Themen ihrer Wahl ist immer reflexiv und auf eine philosophische Weise offen, mehr-deutig, ironisch und zugleich abgründig. Die künstlerischen Strategien von Trockel sind der Logik ihres konzeptuellen Denkens entsprechend medial hoch differenziert und grenzüberschreitend. Ihre Arbeit umfasst Skulptur, Objektkunst, Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Performa nce und im weitesten Sinn die Sprache. Die kritische Auseinandersetzung mit weiblichen Lebenszusammenhängen zieht sich durch ihre gesamte Arbeit. Rosemarie Trockels Arbeit ist in einem sehr spezifischen Sinn politisch, indem sie auf der visueller Ebene Symbole verschiebt, deren oft verdrängte alltagskulturelle Bedeutungen umdeutet und Hierarchien zum Kippen bringt. Ihre große Kunst liegt in ihrem umfassenden erkenntniskritischen wie auch poetischen Wissen um die Dinge und deren Form, die sie in überzeugender Handhabung des jeweiligen Mediums, dessen sie sich bedient, gestaltet. (Quelle: Musum Ludwig) |