| Die Kunstwelt von ihrem hohen Ross zu heben und sie in Relation zur Bilderwelt der Werbegrafik, der Comics und der Massenmedien zu setzen, ist der Dreh- und Wendepunkt der Kunst von Roy Lichtenstein, der 1923 in New York (USA) geboren wurde, wo er 1997 auch verstarb. Und so vermischen sich in seinem Werk Kunst und Populärkultur. In einer reduzierten Bildsprache, die an die Formensprache von Comics erinnert, beschränkt er sich auf einfachste technische Mittel: nur Primärfarben, einfache, klar abgegrenzte und schwarz konturierte Farbflächen, Rasterpunkte, wie sie auch beim Druck auftreten... Dabei negiert er bewusst die Künstlerpersönlichkeit, sein Genie, indem er zunehmend die eigene Handschrift verschwinden lässt. Die Comicsprache wird auf die Kunstwelt angewendet - Sprechbasen und Ironie machen die Banalität und die Oberflächlichkeit der Kunst- und Werbewelt sichtbar. Scheinbar große Emotionen, Ideen, Verhaltenweisen werden oft auch ein wenig spöttisch trivialisiert und hinterfragt. Das Klischee wird offen gelegt und die "großen Emotionen" trivialisiert. Aber auch mit dem Kunstmarkt und der Kunstgeschichte "rechnet" Lichtenstein ab, indem er in seinem Stil Variationen von berühmten Meisterwerken seiner Vorbilder schafft - die Motive vermischen sich, die Darstellung wird austauschbar und die Wirklichkeit in der Darstellung der Kunst direkt hinterfragt. © ArtLogistics
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