| Das Werk von Sigmar Polke ist den (Un-)Möglichkeiten von Fotografie und Malerei gewidmet. Er selbst wurde 1941 in Oels (Polen) geboren und lebt und arbeitet heute in Köln (Deutschland). Ein tiefer Zweifel daran, dass ein Bild Wirklichkeit zeigt oder zeigen kann, sei es nun fotografiert oder gemalt, durchzieht sein Werk. Immer wieder überträgt er der Fotografie innewohnende formale Eigenheiten wie die Beliebigkeit des Ausschnitts und Motivs oder auch Fehler, die im Entwicklungsprozess in der Dunkelkammer entstehen können, in die Malerei. Oft verwendet er dabei auch bunt bedruckte Stoffe als Bildgrund. In diesem spielerischen Umgang mit technischen Eigenheiten der beiden Gattungen und dem Erkennen der Möglichkeit des künstlerischen Potentials von technischen Fehlern, liegt aber auch ein tiefgründiger Ernst. Denn trotz dem vordergründig so ironischen Charakter seiner Werke, möchte er Botschaften übermitteln. Zu diesen führt uns häufig erst der Bildtitel, in dem der Bildgegenstand in einen anderen Zusammenhang gebracht wird. In den letzen Jahren werden in Polkes Arbeit der Entstehungsprozess und das Experiment mit unkonventionellen Techniken immer wichtiger. So verwendet er unter anderem alte Pigmente, Lacke und Chemikalien, wie sie normalerweise in Dunkelkammer angewendet werden, auf seinen Leinwänden und entwickelt mit ihnen in der Malerei in eine eigene und neuartige Bildersprache. © ArtLogistics |