| Sol LeWitts Arbeiten gehören zu den großflächigsten und einflussreichsten der jüngeren Kunstgeschichte. Neben seinen Installationen, Objekten und Möbeln sind es die riesigen Wandgemälde in Hannover, Wien, Graz und natürlich vielen amerikanischen Häusern, die sich in das Kunstgedächtnis der Moderne eingebrannt haben. Geometrische Formen in allen Variationen durchwirken die Bildflächen, meistens in den Farben gelb, rot, blau und grau. Gitterstrukturen ordnen viele Kompositionen; Kuben und Rauten erscheinen immer wieder, aber in stets neuer Anordnung. Erst in jüngster Zeit biegen sich die Konturen seiner Objekte und schwingen sich gen Himmel in fast schon organischen Formen.
Den Pragmatismus und das unbestechliche Auge des Grafikers bewahrte sich LeWitt stets. Vielleicht wurde er erst in jüngster Zeit richtig gewürdigt: nämlich von jungen Künstlern wie Jonathan Monk, die das "lächerlich Einfache", also das im besten Sinne Spielerische, an dem Altmeister wieder entdecken. Und so seinen Satz ernst nehmen: "Konzeptkünstler sind eher Mystiker als Rationalisten." Sol LeWitt starb 2007 in New York im Alter von 78 Jahren an einem Krebsleiden. (Kia Vahland, Süddeutsche Zeitung) |