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Nghia Nuyen | MyArtSpace

Das malerische Werk von Nghia Nuyen zeigt das menschliche Gesicht, welches frontal in Serie gesetzt wird. Der Blick der Dargestellten wird nicht privilegiert. So erstaunt es nicht, dass die ersten entstandenen Bilder sogar Gesichter mit geschlossenen Augen zeigen. Auch repräsentieren die Porträtierten keine Moral, keine soziale Schicht, kein ethisches Anliegen. Das malerische Werk verweist auf das Gesicht hinter den Gesichtern. In deren serieller Reihung und der daraus resultierenden semantischen Entleerung scheint etwas auf, das – soweit dies im Bereich des Sinnlichen möglich ist – einer Idee des Gesichts nahe kommt. Um der Idee gewahr zu werden, das wissen wir spätestens seit Platon, gilt es, von der Einzelerscheinung zu abstrahieren. So lässt sich sagen, dass Nghia Nuyen die Porträtierten im Porträt verschwinden lässt. Sie verschwinden durch ihr Aufscheinen im Scheinen der Anderen. Indem Nghia Nuyen aber jedem Porträtierten eine eigene Bildbühne zugesteht, greift das serielle Moment nie den subjektiven Wesenskern der Porträtierten an, wenngleich dieser in formaler Hinsicht nicht betont wird. In gewisser Hinsicht symbolisieren Nuyens Porträts so den grundlegenden Zwiespalt der Moderne: Das Verschwinden des Menschen in der Menschenmasse bei gleichzeitiger Einforderung der größtmöglichen Entfaltung von Identität, Subjektivität und Individualität. Mit den Neon-Lichtarbeiten setzt Nghia Nuyen die Beschäftigung mit dem Thema der Identität bzw. der Unmöglichkeit einer eindeutigen Identitätsbestimmung fort. Während die bewusst knapp gehaltenen Titel der Neon-Lichtarbeiten wie „der Philosoph“, „der Humanist“ oder „der Exsitenzialist“ eine trügerische Klarheit suggerieren und kollektive Stereotypen heraufbeschwören, konterkarieren die Neon-Schriftzüge diesen manifesthaften Charakter und lassen die inhärente Ironie einer Verallgemeinerung wie „der Philosoph“ oder „der Humanist“ im wahrsten Sinne des Wortes aufscheinen. Aus einem „Sic est!“ wird ein „Fortasse sic est!?“ 

 

Jörg Scheller, Kunstwissenschafler, Zürich

Works

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the lucky ones, öl auf papier, 2008
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two of all, öl auf holz, 2006
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one of all, detail I, 1 bis 16, öl auf holz, 2004-2008
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one together, öl auf holz, 2004
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one of all, detail II, 1 bis 6, öl auf dibond, 2008
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POINT OF NO RETURN, Goethe Galerie, 2008
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POINT OF NO RETURN, Goethe Galerie, 2008
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SPATIAL ILLUSION, Pécs, Ungarn, 1009
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der philosoph, neon, 2008
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der humanist, neon, 2008
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Der Alchemist; Neon, 2008
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Der Existentialist; Neon, 2008
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Der Avantgardist, dynamisches Objekt, 2009
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indikativ 01, öl auf papier, 2009
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indikativ 02, öl auf papier, 2009
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indikativ 03, öl auf papier, 2009
nghia nuyen_1
konditional I.01, öl auf papier, 2009
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German exercices, Ausstellungsansicht 2009
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German exercices, Ausstellungsansicht 2009
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German exercices, Ausstellungsansicht 2009
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LACK OF MEMORY 01, Öl auf Papier, Sockel aus Holz
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CLOUD OF UNKNOWING, Öl auf Papier, Eichenholz Vitrine, 2009
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Ausstellungsansicht, zimmerfrei, münchen 2009
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DER DEUTSCHE, Videoarbeit, 2010

 

Einzelausstellungen

2009   THE LUCKY ONES, Franz Hitze Haus, Münster, D

2008   POINT OF NO RETURN, Galerie Goethe 53; München, D

 

Gruppenausstellungen

2010   Im Diskurs - Raum[re]produktionen, Weltraum, München
           no frontiers, Hattyúház Galéria, Pécs
           art.homes, Istanbul, in der städtischen Galerie Beyoglu.
2009   Zimmerfrei, Hotel Mariandl

2009   SPATIAL ILLUSION, Pécs, Ungarn

2009   WELTRAUM, Jahresüberschau, Lothringer 13, Städtische Kunsthalle München

2009   INFLATION — die welt ist rund und sexy, WELTRAUM, München

2008   "NICHTS IST EINDEUTIG", Weltraum, München

2008   "GEBOREN UND WERDE STERBEN", souterrain, München

2008   "ölmachtgeld", Kunstarkarden, München

2007   Klasse Scully, Kunsthalle White Box, München, D

2007   Vor Augen-Außer Sicht: Unschuld ist kein Jäger, AkademieGalerie, München, D

2007   Das Morphologische Feld, Offspace, Westend, München, D

2007   Persona Grata, der unsichtbare Körper, München, D

2006   Gagosian Gallery in der pension banane, München, D

nghia nuyen
Nghia Nuyen
born 1976
in Saigon / Vietnam (Germany)
lives and works in Munich / Berlin
Profile Page

 Klasse Scully 2007 ölmachtgeld, Herrausgegeben von Jörg Scheller, Verlag Silke Schreiber, München, 2008